Senatskanzlei

Wowereit und Momper eröffnen Ausstellung über verfolgte Stadtverordnete und Magistratsangehörige „Vor die Tür gesetzt“
Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, eröffnet gemeinsam mit dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, am kommenden Freitag, 30. September 2005, um 11.00 Uhr die Ausstellung „Vor die Tür gesetzt: Im Nationalsozialismus verfolgte Berliner Stadtverordnete und Magistratsangehörige 1933-1945“ in der Vorhalle zum Wappensaal des Berliner Rathauses (Fototermin, nur presseöffentlich). Neben Wowereit und Momper werden auch die Vorsitzende des Vereins „Aktives Museum“, Dr. Christine Fischer-Defoy, und Lilly Elsas, die Schwiegertochter des verfolgten und 1945 im KZ Sachsenhausen ermordeten Berliner Bürgermeisters Fritz Elsas, sprechen.

Im Zusammenhang mit den Erinnerungs- und Gedenkveranstaltungen zum 60. Jahrestag des Kriegsendes 1945 hatten der Senat und das Abgeordnetenhaus von Berlin den Verein Aktives Museum gebeten, eine Ausstellung über die Lebensgeschichten der zwischen 1933 und 1945 insgesamt 389 verfolgten und ermordeten Berliner Stadtverordneten und Magistratsmitglieder zu erarbeiten. Die Finanzierung erfolgte aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Die Ausstellung dokumentiert anhand von 32 ausgewählten Biografien mit persönlichen Zeugnissen, Bildern und Dokumenten die Lebenswege von Parlamentariern und Kommunalpolitikern, die aus unterschiedlichen Gründen verfolgt wurden, ins Exil gingen oder Haft und Tod erleiden mussten. Sie dokumentiert exemplarisch, wie die parlamentarische Demokratie in Deutschland 1933 zerstört wurde.

Über diese Biografien hinaus zeigt die Ausstellung einen Abriss der Geschichte des Berliner Stadtparlaments, das am 20. März 1919 erstmals im Berliner Rathaus zusammentrat. Es war das erste Parlament, das in Berlin nicht mehr nach dem Drei-Klassen-Wahlrecht und erstmals auch von Frauen gewählt worden war. Exemplarische Debatten veranschaulichen das politische Klima der Weimarer Republik und beleuchten Beschlüsse, die bis heute Bestand haben, wie etwa die Gründung der Berliner Verkehrsbetriebe BVG im Jahre 1929. Die letzte Sitzung der Berliner Stadtverordnetenversammlung fand am 27. Juni 1933 statt.

Für die Öffentlichkeit wird die Ausstellung ab Dienstag, 4. Oktober, bis zum 30. November 2005 im Berliner Rathaus montags bis freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen sein. Weitere Informationen im Internet unter: www.vordietuergesetzt.de.

Mitteilung vom: 28.09.2005, 09:59 Uhr