"Vor die Tür gesetzt"

Ende September eröffnete im Roten Rathaus am Alexanderplatz die Ausstellung "Vor die Tür gesetzt. Im Nationalsozialismus verfolgte Berliner Stadtverordnete und Magistratsmitglieder". Vorgestellt werden Schicksale wie das der Stadtärztin Käte Frankenthal, die von 1925 bis 1931 Stadtverordnete der SPD war und 1933 über mehrere Zwischenstationen in die USA floh, wo ihr ein Neubeginn gelang. Sie starb im Alter von 87 Jahren in New York. Auf biographisch-chronologischen Ausstellungstafeln wird auf einzelne Stadtverordnete und Magistratsmitglieder sowie auf die Geschichte Berlins in der Weimarer und der NS-Zeit eingegangen. Die Biographien vermitteln ein Bild der vielfältigen Verfolgungsgründe – von der Mitgliedschaft in einer der verbotenen Parteien über die Verfemung aus "rassischen" Gründen oder die Diskriminierung wegen abweichender Lebensweise bis hin zur Bestrafung von NSDAP-Abgeordneten wegen Korruption.

Jüdisches Berlin 77 – 10/2005, S. 25